Taurelin

Schwedischer Death Metal - Die Bands

"We vomit in their eyes and face them with disgust
We are the tyrants of the darkness as they say
... and we will never obey"

Unleashed - The Immortals

Hier folgt ein kleiner Überblick über die Vertreter des schwedischen Death Metals von den Pionieren bis zu den aktuellen Newcomern, vom finstersten Untergrund bis zu den großen Namen, von den Puristen bis zu diversen Varianten. Für Ergänzungen und Erweiterungen wäre ich sehr dankbar. E-Mail reicht (taurelin@yahoo.de).

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A Canorous Quintet

Eine leider kaum bekannte Band, die eine etwas knackigere Variante des Göteborgs Sounds verfolgt. Origineller als es den Anschein hat und dabei durchaus ansprechend. Nach einer längeren Pause reformierte sich die Band unter dem Namen This Ending.

Discography:

1995 As Tears MCD
1996 Silence of the World Beyond
1998 The Only Pure Hate


Ablaze my Sorrow

Auch wenn der Bandname sehr nach Gothic oder Black Metal klingt, hier wird das volle Schwedenbrett geboten ganz im Stile von At the Gates oder Dissection. Lösten sich 2006 auf.

Discography:

1995 The Rain that Falls Demo
1996 If Emotions Still Burn
1997 The Plague
2001 Anger, Hate and Fury


Absurd

Eher unbedeutende Band aus den Anfangstagen (nicht zu verwechseln mit den deutschen Black Metallern), die den Sunlight-Sound mit Grindcore-Anleihen bereicherte.

Discography:

1991 Storm Of Malevolence Demo
1991 Drained Of Body Chemicals 7"


Afflicted

Begannen als relativ normale aber technisch interessante Sunlight-Death Band abseits typischer Klischees, wechselten ihren Stil auf dem zweiten Album radikal zu klassischem Heavy (!) Metal. Hätten sie besser mal ein paar Jahre auf den Hammerfall-Boom gewartet.

Discography:

1991 Ingrained 7"
1992 Rising to the Sun 7"
1992 Astray 7"
1992 Prodigal Sun
1995 Dawn of Glory


Amon Amarth

Amon Amarth 2003

Amon Amarth sind mittlerweile eine feste Größe in der schwedischen Death Metal Szene. Die Wikinger gehen auf ihren Alben relativ geradlinig aber stets melodisch zur Sache. Allerdings bilden die Studioaufnahmen nur das halbe Bild der Band, denn Amon Amarth haben sich durch ausgedehnte Tourneen und zahlreiche Festival-Auftritte vor allem einen Ruf als exzellente Liveband erarbeitet. Einen umfassended Eindruck dieser Qualitäten erhält man durch das üppige DVD-Package.

Der Bandname stammt übrigens aus 'Der Herr der Ringe'. Es handelt sich um den elbischen Namen für Mount Doom, den Schicksalsberg.

Da Amon Amarth im Death Metal Bereich ihre ganz eigene Nische gefunden haben und bislang keinerlei Abnutzungserscheinungen festzustellen sind, wird man auch in Zukunft mit ihnen rechnen können.

"Wir haben am Anfang auch gesagt, wir würden Viking Death Metal spielen, mittlerweile bevorzuge ich aber den Ausdruck Death Metal - wir haben zwar Texte, die von Wikingern erzählen, aber im Grunde spielen wir Death Metal."
Johan Hegg 2003

Discography:

1996 Sorrow Throughout the Nine Worlds EP
1998 Once Sent from the Golden Hall
1999 The Avenger
2001 The Crusher
2002 Versus the World
2004 Fate of Norns
2006 Wrath of the Norsemen DVD
2006 With Oden on our Side
2008 Twilight of the Thunder God

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Arch Enemy

Arch Enemy 2002

Fast zeitgleich mit dem Ende von Carcass setzte sich Michael Amott (g) mit seinem alten Carnage-Kumpel Johan Liiva (v) zusammen. Aus dieser Idee heraus entstand das erste Arch Enemy Album. Auf diese Mischung aus Death, Thrash und harmonischen Gitarren hatte die Welt wohl gewartet, und vor Allem in Japan konnte die Band beachtliche Erfolge einheimsen. Das Live-Album aus dem Jahr 2000 ist demnach ein Dankeschön an die Fans aus Fernost.

Auf den neueren Alben übernimmt die deutsche Sängerin Angela Gossov das Mikrophon - eine der wenigen Frauen im extremen Metal.

"Wir waren eine der ersten Bands, die diese Form von melodischem Death Metal gespielt haben, und die Japaner sind sehr empfänglich für diesen Sound. Sie stehen besonders auf die doppelläufigen Gitarrenharmonien und auch auf die Tatsache, dass mein Bruder Michael die zweite Gitarre bedient. Das hat für sie scheinbar etwas Romantisches, dass da zwei Brüder in einer Band spielen."
Christopher Amott 2003

Discography:

1996 Black Earth
1998 Stigmata
1999 Burning Bridges
2000 Burning Japan Live
2001 Wages of Sin
2002 Burning Angel EP
2003 Anthems of Rebellion
2004 Dead Eyes See no Future EP
2005 Doomsday Machine
2006 Live Apocalypse DVD
2007 Revolution Begins EP
2007 Rise of the Tyrant
2008 Tyrants of the Rising Sun - Live in Japan DVD

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At the Gates

At the Gates 1995

Obwohl At the Gates gerade einmal drei reguläre Alben veröffentlichten, bevor sie sich auflösten, zählen sie zu den wichtigsten Bands der schwedischen Death Metal Szene. Ihre Einflüsse reichen bis in die Gitarrenarbeit diverser Metalcore-Bands, und der Meilenstein "Slaughter of the Soul" vereinigt die Qualitäten des Old-School Death Metal mit dem moderneren und melodischeren Göteborg-Sound wie kaum eine andere Scheibe.

Nachdem sich die Band von Grotesque in At the Gates umbenannte, überraschte man die Fachwelt und das Publikum mit dem schrägen und dennoch brutalen Debüt "The Red in the Sky is Ours". Die komplexen Songstrukturen, der (zugegeben etwas fehl am Platz wirkende) Einsatz einer Geige und die philosophischen Texte waren nur einige der Trademarks, mit denen sich man von der Konkurrenz abhob. Nach dem noch schrägeren aber etwas gezähmteren Zweitwerk schaffte man schließlich mit "Slaughter of the Soul" den ganz großen Wurf. Insofern war der kurze Zeit später folgende Split beinahe schon ein Glücksfall, denn so wird dieses Hammeralbum für immer und ewig Kult bleiben. Genau wie At the Gates selbst. Ein Denkmal setzte sich die Band nachträglich selbst mit einer Abschiedstour und einer wundervollen DVD.

Ex-Schreihals Tompa (2.v.r.) taucht übrigens auf dem Brachialinferno "Crowned in Terror" von The Crown auf. Die Gebrüder Björler holzen heute bei The Haunted.

"Eine neue At the Gates Scheibe würde keinen Sinn machen. Wir würden uns nur selbst demontieren, da 'Slaughter...' zu alt und zu legendär ist, als dass man die Platte je toppen könnte."
Anders Björler 2004

Discography:

1991 Gardens of Grief EP
1992 The Red in the Sky is ours
1993 With Fear I Kiss the Burning Darkness
1994 Terminal Spirit Desease EP
1995 Slaughter of the Soul
2001 Suicidal Final Art (Best-of)
2006 The making of 'Slaughter of the Soul' (Re-Release mit Bonus DVD)
2010 Purgatory Unleashed - Live at Wacken
2010 The Flames of the End (DVD)

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Auberon

Kunterbunte Mixtur aus Death, Black und Power Metal. Interessant, aber für meine Ohren einen Tick zu schräg, vor allem wegen des auf Dauer doch recht nervigen melodischen Gesangs.

Discography:

1998 The Tale of Black
2001 Crossworld


Bathory

Bathory - Under the Sign of the Black Mark

Bathory ist die allererste extremere Metal-Band aus dem Land der Elche. Dabei ist der Begriff "Band" leicht übertrieben, denn im Grunde zog seit eh und je Meister Quorthon an sämtlichen Fäden. Anfangs als Venom-Verschnitt verschmäht, später als Epik-Wikinger ausgelacht, haben Bathory vor allem mit "Under the Sign of the Black Mark" einen bleibenden Eindruck hinterlassen, das insbesondere von Black Metal Bands geliebt wird.

Mastermind Quorthon verstarb am 7. Juni 2004. R.I.P.

"Alles entstand damals in einer Garage. Wir hatten keine Ahnung, wie man produziert. Heute arbeiten wir in Studios. Mir kann keiner sagen, dass die alten Sachen besser waren."
Quorthon 2003

Discography:

1984 Bathory
1985 The Return
1986 Under the Sign of the Black Mark (die weiteren Alben lasse ich mal als Nicht-Death-Metal unter den Tisch fallen)

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Bloodbath

Eine Art Allstar-Projekt rund um Dan Swanö (Edge of Sanity) mit dem durchaus gelungenen Anspruch, den schwedischen Old-School Gitarrensound mit etwas Florida-Death und einigen zeitgemäßeren Einflüssen zu kombinieren. Während auf dem Debüt noch Mikael Akerfeldt (Opeth) für die Vocals verantwortlich war, schreit sich auf dem Zweitwerk Peter Tägtgren (Hypocrisy) die Stimmbänder blutig. Mittlerweile ist Akerfeldt zurückgekehrt, wohingegen Mastermind Swanö nicht mehr von der Partie ist.

"Mein erklärtes Ziel war, eine Scheibe aufzunehmen, die soundtechnisch so gut wie 'Left Hand Path' von Entombed klingt. Das habe ich leider nicht erreicht, denn 'Resurrection Through Carnage' klingt leider viel zu gut."
Dan Swanö 2003

Discography:

2001 Breeding Death EP
2002 Resurrection Through Carnage
2004 Nightmares Made Flesh
2008 Unblessing the Purity EP
2008 The Wacken Carnage (live)
2008 The Fathomless Mastery

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Carbonized

Ein obskures Projekt, das irgendwo zwischen psychedelischem Grindcore und Jazz-Death herumexperimentierte. Diverse Berühmtheiten gehörten zu dem wechselnden Line-Up, z.B. Richard Cabeza (Dismember), Lars Rosenberg (Entombed) oder Christofer Johnsson (Therion).

Discography:

1991 For the Security
1992 Disharmonization
1996 Screaming Machine


Cardinal Sin

Nach seinem Ausstieg bei Dissection werkelte John Zwetsloot mit ein paar Ex-Mitgliedern von Marduk in eine ähnliche musikalische Richtung wie die beiden genannten Bands.

Discography:

1995 Antemortem EP
1996 Spiteful Intent EP


Carnage

Carnage - Dark Recollections

Vorgängerband von Dismember. Noch mit Michael Amott an der Gitarre, der später zu Carcass wechselte und mittlerweile zusammen mit seinem Bruder Christopher bei Arch Enemy zockt. "Dark Recollections" ist eines der ersten Alben, das im Sunlight unter der Regie von Thomas Skogsberg aufgenommen wurde. Die Songs klingen schon sehr stark nach den späteren Großtaten, wenn auch etwas roher und ungeschliffener. Sehr empfehlenswert ist die remasterte Version, die heute problemlos erhältlich ist und zahlreiche alte Bonustracks enthält.

"In Wirklichkeit denke ich, dass Carnage erst durch das, was danach kam, richtig berühmt wurden. Damals hatten wir überhaupt keinen 'Erfolg', außer vielleicht auf einem Underground-Niveau. Wir verkauften 600 Stück von unserem ersten Demo, und noch ein paar mehr von dem zweiten. Aber mehr wollten wir auch gar nicht erreichen. ... Wir hatten nur ein einziges Ziel, nämlich brutalen Death Metal zu spielen. Es sollte das Härteste und Krankeste überhaupt sein. Das ist die wahre Leidenschaft hinter dem Carnage Material."
Michael Amott 2000

Discography:

1989 The Day Man Lost Demo
1989 Infestation of Evil Demo
1990 Dark Recollections


Carnal Forge

Heftige Thrash-Keule irgendwo zwischen Dew-Scented und At the Gates. Nicht übel, aber auf Dauer etwas eintönig und identitätsarm.

Discography:

1998 Who's gonna Burn
2000 Firedemon
2001 Please... Die!
2003 The more you Suffer...
2004 Destroy Live DVD
2004 Aren't you Dead Yet
2007 Testify for my Victims EP


Carve

Mischung aus altem Elchtod und Napalm Death zu ihren todesmetallischen "Harmony Corruption" Zeiten.

Discography:

2002 Stillborn Revelations
2004 Revel in Human Filth


Cemetary

Obwohl sich der Sound der Band um Matthias Lodmalm recht schnell vom Death Metal zu deutlich gothic-lastigeren Klängen hinbewegte, machte man selbst im Vorprogramm von Bolt Thrower 1995 noch eine gute Figur. Der Titel des zweifellos stärksten Albums "Sundown" ist auch der Name eines Sideprojects von Lodmalm.

Discography:

1992 An Evil Shade of Grey
1993 Godless Beauty
1994 Black Vanity
1996 Sundown
1997 Last Confessions
1999 Sweetest Tragedies
2000 The Beast Divine
2005 Phantasma


Centinex

Centinex live 2002

Eine Band, die trotz langjähriger Erfahrung, zahlreichen Veröffentlichungen und beachtlichen musikalischen Qualitäten stets tiefster Underground geblieben ist. Obwohl man die ersten Demos und das Debüt in etwa zeitgleich mit den "großen" schwedischen Namen herausbrachte, dauerte es mehrere Jahre, bis die Band ihre verdiente Anerkennung gewann. Die Gründe könnten zum Teil in den zahlreichen Line-Up Wechseln liegen. Vor allem aber fehlte der Band die Unterstützung durch eine namhafte Plattenfirma, die gerade in den Anfangstagen einfach notwendig ist. Letzendlich konnte die Band bei Candlelight unterkommen, die zunächst einmal die älteren Alben - mit interessanten Bonus-Tracks versehen - wiederveröffentlichten. Trotzdem hat sich die Band aufgrund chronischer Erfolgslosigkeit mittlerweile aufgelöst.

Was die Musik selbst betrifft, bieten Centinex alles, was den schwedischen Death Metal ausmacht. Die typische Geschwindigkeit wird gelegentlich durch Blast-Attacken oder durch groovige Zwischenparts aufgelockert. Die Gitarrenarbeit ist exzellent und hochmelodisch. Dabei ist der Gesamtsound aber wesentlich old-schooliger als bei den Göteborg-Bands. Wer sich Dissection mit etwas todesmetallischeren Vocals vorstellen kann, erhält einen groben Eindruck des Gesamtsounds.

"Ich hasse Bands die sich alle möglichen schwulen Kategorien einfallen lassen, eine dämlicher als die andere!! alle diese "atmospheric true forest viking goth deathmetal with a hint of black metal but still Gothenburg bla bla" Bands können sich verpissen! Wir spielen Dark Death und sind aus Schweden, Punkt."
Martin Schulmann 2002

Discography:

1991 End of Life Demo
1992 Subconscious Lobotomy
1993 Under the Blackened Sky Demo
1994 Transcend the Dark Chaos Demo
1996 Malleus Malefaction
1996 Sorrow of the Burning Wasteland 7"
1997 Reflections
1998 Shadowland 7"
1998 Reborn Through Flames
1999 Bloodhunt
2000 Apocalyptic Armageddon 7"
2001 Hellbrigade
2002 Diabolical Desoation
2003 Hail Germania 10"
2003 Deathlike Recollections 7"
2004 Decadence - Prophecy of Cosmic Chaos
2005 World Declusion

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Ceremonial Execution

Heftiger, eher Florida-lastiger old-school Death Metal. Der Sänger klingt wie ein Bruder von John Tardy.

Discography:

2003 Split 7" mit Borigor
2003 Demo
2004 Death shall Set us Free
2006 Black God Rising EP


Ceremonial Oath

Dass diese melodische Death Metal Combo eher Projekt-Charakter hatte, liegt wohl daran, dass sich im Line-Up allerlei interessante Prominenz tummelte. Neben Anders Friden und Jesper Strömblad von In Flames war hier auch ein gewisser Oscar Dronjak mit von der Partie, der später mit Hammerfall ganz andere musikalische Gefilde ansteuerte. Ceremonial Oath jedenfalls versuchten sich auch an einigen überaus gelungenen Coversongs, u.a. 'Hallowed be Thy Name' von Iron Maiden und 'Disposable Heroes' von Metallicas bestem Album. Letzterer ist auch auf dem Sampler Metal Militia vertreten.

Discography:

1992 Lost name of God 
1993 The Book of Truth
1995 Carpet


Chronic Decay

Underground Band mit einem Hang zum Blastspeed.

Discography:

1990 Ecstacy in Pain
1993 Silent Prayer Split-EP mit Exanthema und Return to Heaven


Cipher System

Typischer Göteborg Verschnitt mit deutlicher At the Gates Schlagseite.

Discography:

2004 Central Tunnel Eight


Coercion

Das Debüt klang noch nach den Grindklassikern von Carcass und Napalm Death. Die weiteren Alben erinnern dann schon eher an die schwedischen Väter der ersten Stunde und können weitaus mehr überzeugen.

Discography:

1997 Forever Dead
1998 Delete
2004 Lifework


Comecon

Schneller und einfallsreicher Death Metal. Diverse prominente Sänger gaben sich die Klinke in die Hand, nämlich Marc Grewe (Morgoth), Martin van Drunen (Asphyx) und der zwischenzeitlich bei Entombed ausgestiegene Lars Göran Petrov.

Discography:

1992 Megatrends in Brutality
1993 Converging Conspiracies
1995 Fable Frolic


Concrete Sleep

Thrashig angehauchter Sunlight Death von einer weiteren unbedeutenden Band.

Discography:

1992 Untitled Demo


Corpse

Der ursprüngliche Name von Grave.


Crown of Thorns

Der ursprüngliche Name von The Crown.


Crypt of Kerberos

Solide und abwechslungsreiche Band mit einigen Entombed-Anleihen.

Discography:

1991 Visions beyond Darkness 7"
1992 Cyclone of Insanity
1994 World of Myths


Dark Tranquillity

Dark Tranquillity 2002

Eine der ersten und immer noch wichtigsten Bands, die man in die Schublade 'Göteborg-Sound' packt, ist Dark Tranquillity. Die Markenzeichen diese Untersparte - nämlich Black Metal orientierte Krächz-Vocals, überwiegend flottes Tempo und vor allem Maiden-lastige Gitarrenmelodien und Soli - wurden von der Band insbesondere auf den ersten drei Alben eingesetzt. " The Gallery" gilt immer noch als Referenzscheibe für diesen Stil.

Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass Dark Tranquillity von Anfang an auch mit darüber hinausgehenden musikalischen Mitteln gearbeitet haben, so z.B. mit melodischem Gesang (männlich und weiblich) und ausgedehnten Akustikparts. Seit dem Album "Projector" gehört zudem Keyboarder Brandström (2.v.r.) fest zum Line-Up. Es dauerte allerdings bis zu "Damage Done", um ein ausgewogenes Verhältnis zur alten Härte wieder herzustellen, was dafür umso reizvoller geworden ist.

Interessant ist noch, dass Mikael Stanne (1.v.l.) - übrigens einer der ausdrucksstärksten Sänger der ganzen Szene - auf dem Debüt noch Gitarre spielte und die Vocals von Anders Friden (In Flames) stammen. Im Gegenzug sang Stanne auf dem ersten In Flames-Album. Recht verwirrend das Ganze...

"Eigentlich reichen unsere Roots weit vor die Entombed-Ära zurück. Als wir anfingen, hörten wir uns viel Heavy Metal und vor allem deutsche Speedmetalbands wie Blind Guardian, S.D.I. oder Hellloween an. ... Ich glaube, im Death Metal Bereich hat sich bei uns inzwischen eine Art neuer nationaler Stil entwickelt. Vor allem viele junge Bands spielen sehr melodiebetont und verknüpfen verschiedene Richtungen miteinander."
Mikael Stanne 1996

Discography:

1992 A Moonclad Reflection EP
1992 Trail of Life Decayed EP
1993 Skydancer
1995 Of Chaos and Eternal Night EP
1995 The Gallery
1996 Enter Suicidal Angels EP
1997 The Mind's I
1999 Projector
2000 Haven
2002 Damage Done
2003 Live Damage DVD
2004 Exposure - In Retrospect and Denial Collection
2004 Lost to Apathy EP
2004 Character
2007 Focus Shift EP
2007 Fiction
2009 Yesterworlds Collection
2009 Where Death is Most Alive DVD
2010 We are the Void

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Death Breath

Hinter dieser Band mit dem kongenialen Namen verbirgt sich niemand geringeres als Nicke Andersson, den man als Ur-Schlagwerker von Entombed bzw. als Frontmann der Hellacopters kennt und hier sowohl die Felle verdrischt als auch in die Saiten greift. Der Stil ist als eine Homage an den schwedischen Old-School Death Metal zu verstehen. Durchaus rock'n'rolliger als die legendären ersten Entombed Scheiben, aber wesentlich todesmetallischer als die neueren Sachen und mit einer herrlich thrash-lastigen Gitarrenarbeit. Als Gäste tauchen weitere illustre Namen wie Jörgen Sandström (Ex-Grave)oder Fred Estby (Dismember) auf.

Das Konzept der Band liest sich wie folgt: "Death Breath plays 6 string guitars, a 4 string bass and non-triggered drums. Death Breath plays death metal." Damit fährt die Band eine absolut simple aber überzeugende Schiene und wirkt dabei wesentlich mitreißender und authentischer als so manch anderes back-to-the-roots Projekt.

Discography:

2006 Death Breath EP
2006 Stinking up the Night
2007 Let it Stink EP

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Decameron

Feiner Death/Thrash mit einem leichten Touch Dissection. Wenig verwunderlich, denn Johan Norman (g) und Tobias Kjellgren (d) gehörten beide zum Dissection Line-Up und sind mittlerweile bei Soul Reaper zusammen aktiv.

Discography:

1996 My Shadow...


Defleshed

Interessante Mixtur aus typisch schwedischen Elementen und einer fetten Kelle Thrash Metal. Statt Gitarrensoli gibt es eingängige Riffs bis zum Abwinken, und das Tempo ist durchweg im oberen Bereich angesiedelt.

Discography:

1994 Ma Belle Scalpelle EP
1995 Abrah Kadavrah
1997 Under the Blade
1999 Fast Forward
2002 Royal Straight Flesh
2005 Reclaim the Flesh


Deletion

Betätigungsfeld einiger ehemaliger Mitglieder von Dissection und Soul Reaper.


Demiurg

Ein weiteres Projekt unter der Mitwirkung von Dan Swanö, der hier mit seinem Kollegen Rogga Johansson (u.a. Ribspreader) einen midtempo-lastigen Bastard aus altem Schwedendeath und modernerem BM zum Leben erweckt.

Discography:

2007 Breath of the Demiurg
2008 The Hate Chamber


Demonical

Nachfolgeband der legendären Centinex, die sogar noch einen Zacken schneller und kompromissloser an die Sache rangeht.

Discography:

2006 Bloodspell Divine
2007 Servants of the Unlight


Demonoid

Old-schooliges, leicht Thrash-lastiges Sideprojekt von Therions Christoffer Johnsson.

Discography:

2004 Riders of the Apocalypse


Deranged

Brutalster Metzger-Death im ICE-Tempo. Nur für Hartgesottene, die werden aber umso begeisterter sein.

Discography:

1994 Architects of Perversion
1995 Rated X
1997 High on Blood
1999 III
2001 Deranged
2002 Plainfield Cemetary
2006 Obscenities in B-Flat
2008 The Redlight Murder Case


Desultory

Desultory - Into Eternity

Desultory ist eine der zahllosen Bands, die es nie weiter als zum Geheimtipp brachte. Ein verdammter Jammer, denn was die Jungs auf ihren ersten beiden Alben leisteten, war mehr als beachtlich. Dominierten zwar auf "Into Eternity" noch geradlinige flotte Drums und exzellentes Growlen, waren das thrashlastige Gitarrengewitter und die eher melancholischen Texte durchaus ungewöhnlich. Die Thrash-Roots der Band zeigten sich auch darin, dass man die Gitarren nicht so dermaßen in den Keller stimmte, wie es damals halt üblich war, sondern dass man es bei einem bescheidenen Halbton beließ. Dadurch war übrigens der Beweis gegeben, dass man auch im Sunlight-Studio einen eigenständigen Sound fabrizieren kann.

Auf "Bitterness" präsentierte sich die Band noch variabler. Hier wurde auch mal das Tempo gedrosselt, und mit durch die fantastischen Gitarrensoli von Stefan Pöge entstand tatsächlich Atmosphäre ohne Ende. Als Kontrast dazu fielen die schnelleren Stücke noch einen Tick heftiger aus als auf dem Debüt. Ein starkes Album, dass auch live auf der Tournee mit Amorphis eine Menge Potential offenbarte.

Mit dem dritten Album schossen Desultory bedauerlicherweise ein übles Eigentor. Denn anstatt die bewährten Qualitäten auszubauen, schmiss man Stefan Pöge raus, rasierte sich die Haare und kupferte den neuen Sound ab, den Entombed auf ihrer CD "Wolverine Blues" kreierten. Trotz einer wohlwollenden Kritik seitens der RockHard war dies das letzte Lebenszeichen einer einst hoffnungsvollen Band. Da haben wohl die Fans gesprochen...

Nachdem man zwischenzeitlich unter dem Namen Zebulon die neuen musikalischen Pfade weiterverfolgte, wurde 2009 eine Reunion unter dem alten Namen angekündigt. Es bleibt abzuwarten, was daraus wird...

"Ich empfinde unsere Soundveränderungen als nicht so drastisch. Ich hoffe, dass unsere Fans verstehen, dass wir keine Lust darauf haben, zweimal die gleiche Platte einzuspielen und uns lieber von Album zu Album verändern. Das gilt nicht nur für die Musik, sondern für unser komplettes Erscheinungsbild."
Hakan Morberg 1996

Discography:

1992 Forever Gone Mini-LP
1993 Into Eternity
1994 Bitterness
1996 Swallow the Snake


Dismember

Dismember 1993

Aus dem Projekt Carnage hervorgegangen, wurde Dismember zu einer der führenden Schwedendeath-Bands überhaupt. Das einzige Problem war stets, dass ihr Erstlingswerk leider nur die zweite große Veröffentlichung war. Da sie auch noch die gleichen Zutaten wie ihre Kollegen von Entombed benutzten - Sunlight-Studio, Seagrave Cover ... - waren sie lange Zeit als Kopisten verschrien. Dabei handelt es sich bei "Like an Everflowing Stream" um ein geniales Debüt, dass sich hinter "Left Hand Path" kein bisschen verstecken muss. Stilistisch gesehen gingen Dismember etwas geradliniger und vor Allem mit packenderen Melodien zu Werke. Die Lyrics zu "Skin her Alive" ergaben übrigens die Inspiration für den Titel des zweiten Albums, da die britischen Behörden die blutigen Phantasien als 'anstößig und obszön' einstuften. Dismember bekamen vor Gericht allerdings Recht.

Und "Indecent and Obscene" ist eine überirdische Platte. Von der RockHard seinerzeit mit 7,5 Punkten sträflichst unterbewertet, handelt es sich bei diesem Silberling vielleicht um das Beste, was das Land der Elche je hervorgebracht hat. Nirgendwo sonst findet man den so typischen Schwedenbeat derart ausgeprägt, selten klangen die Sunlight-Gitarren fieser, kein anderes Album hat einen besseren Opening-Moment als diesen wahnsinnig unmenschlichen Schrei von Matti Kärki in den ersten Takten von "Fleshless". Und dabei enthalten mehrere Tracks einen unwiderstehlichen Groove, der tatsächlich tanzbar ist. Neben "Dreaming in Red" und "Skinfather", zu denen auch Videos gedreht wurden, enthält das Album mit "9th Circle", "Reborn in Blasphemy" und eben "Fleshless" gleich mehrere handfeste Hits. Killer!

Ähnlich wie bei ihren Landsleuten veränderte sich der Sound auf dem dritten Album, auch wenn sich Dismember niemals sehr weit von ihren Roots trennten. Der Titel des Albums "Death Metal" spricht Bände. Nach einer längeren Pause meldete sich die Band mit ihrem furiosen Album "Where Ironcrosses Grow" zurück, und auch das aktuelle selbstbetitelte Album beweist eindrucksvoll, dass Dismember auch ohne Ur-Drummer Fred Estby ihr Handwerk beherrschen und der unverwüstliche Schwedensound nachwievor nichts an Durchschlagskraft eingebüßt hat.

Sehr empfehlenswert sind übrigens die Live-DVDs. Auf "Live Blasphemies" findet man neben einem kompletten Konzert (Stockholm 2003) eine Bonus-Disc mit einem ausführlichen (und extrem witzigen) Interview zur Bandgeschichte, bei dem allerlei kultige Anekdoten aufgetischt werden, sowie zahlreiche Uralt-Videomitschnitte. Und "Under Blood Red Skies" enthält den Auftritt vom Party-San Festival 2009, wo man unter anderem das Debütalbum komplett am Stück zum Besten gab. Schön, dass es eine Band gibt, die immer noch zu ihren old-school Roots steht.

Die aktuelle Plattenfirma von Dismember hat übrigens einige alte Scheiben als Re-Release herausgebracht, unter anderem auch eine CD mit sämtlichen alten Demos. Also zugreifen!

"Wir sind eine von den Bands, die wirklich Spaß an Liveauftriten haben. Manchmal kann man uns auf der Bühne sogar mit einem breiten Grinsen sehen. Das hat nichts mit bösem Black Metal zu tun oder so. Im Grunde verstehen wir uns selbst als ganz normale Heavy Metal Maniacs, die zufälligerweise Death Metal spielen. Viele Leute sagen über uns, dass wir eine der wenigen Bands sind, denen man diesen Spaß auf der Bühne auch ansieht."
Matti Kärki 2005

Discography:

1990 Reborn in Blasphemy Demo
1991 Like an Everflowing Stream
1992 Pieces EP
1993 Indecent and Obscene
1994 Casket Garden EP
1995 Massive Killing Capacity
1997 Misanthropic EP
1997 Death Metal
2000 Hate Campaign
2004 Where Ironcrosses Grow
2004 Live Blasphemies DVD
2005 The Complete Demos
2006 The God that never was
2008 Dismember
2009 Under Blood Red Skies DVD

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Dissection

Dissection

Irgendwo in der außergewöhnlich reizvollen Schnittmenge zwischen Death und Black Metal bewegt sich diese Band, die in erster Linie zwei spektakuläre Alben vorweisen kann. Auf dem Debüt gaben Dissection neben einigen alten Demo-Klassikern mit "Black Horizons" und dem Titelsong zwei absolute Jahrtausendsongs zum Besten, deren schwarzmetallische Brachialität durch die Death Metal-lastige Produktion von Dan Swanö leider etwas verwässert wurde. Auf dem Nachfolger Storm of the Light's Bane passt hingegen alles zusammen, so dass dies ohne Zweifel eines der besten Metal-Alben überhaupt ist. Dissection verbinden wahnwitzige Raserei mit einer frostig-klaren Produktion und setzen düstere Farbtupfer mit melancholisch-melodischen Momenten, so dass ein atemberaubend geniales Gesamtkunstwerk entsteht. Die Single-Auskopplung "Where Dead Angels Lie" ist dabei eine beängstigend düstere aber tanzbare Ballade und neben "Night's Blood" und "Unhallowed" ein absolutes Highlight. Besonders empfehlenswert ist auch die in Wacken aufgenommene Live-CD, insbesondere das rare Boxset, das als Bonus die Aufnahmen von der GODS OF DARKNESS Tour (mit Cradle of Filth und Dimmu Borgir) als DVD (!) enthält.

Leider machten Dissection in den letzten Jahren überwiegend negative Schlagzeigen abseits der Musik. Da wäre zunächst die Inhaftierung von Bandkopf Jon Nödtveidt, dann seine Entlassung aus dem Gefängnis, die Ankündigung einer neuen CD mit einem völlig veränderten Bandkonzept sowie damit verbundene äußerst fragwürdige Statements (die ich hier gar nicht detailliert wiedergeben möchte), und eine recht peinliche EP namens "Maha Kali". Mir wäre es zeitweise fast lieber gewesen, Dissection wären ewig Kult geblieben... Naja, mittlerweile ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen. Nach der abschließenden Scheibe "Reinkaos" - die zwar weit von den früheren Glanztaten entfernt ist, aber dank des gut gemachten melodischen Death/Black Metals und einiger durchaus lohnenden Momente insgesamt ein versöhnlicher Abschied ist - hat Jon Nödtveidt seine Ankündigung, die Band aufzulösen und sich auf andereren Ebenen seinen antikosmischen (!) Aktivitäten zu widmen, in die Tat umgesetzt und sich den Cobain gegeben.

"Ich sehe meine Straftat, für die ich die volle Verantwortung übernehme, für die ich aber niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig bin, nicht im Zusammenhang mit Dissection."
Jon Nödtveidt 2003

Discography:

1993 The Somberlain
1995 Storm of the Light's Bane
1996 Where Dead Angels Lie EP
2001 The Past is Alive Demo Compilation
2003 Live Legacy
2004 Maha Kali EP
2006 Reinkaos
2006 Rebirth of Dissction DVD

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Divine Sin

Begannen mit einem vielversprechenden düsteren Death-Thrash Debüt, konnten auf dem Zweitling das Niveau leider nicht halten.

Discography:

1995 Winterland
1996 Thirteen Souls


Edge of Sanity

Edge of Sanity 1993

Handelte es sich bei dem Debüt von Edge of Sanity noch um ein relativ gewöhnliches Stück Elchtod, wurde spätestens mit dem Titel des zweiten Albums "Unorthodox" klar, in welche Richtung der Hase laufen sollte. In dem Opener "Enigma", bei dem es sich wahrscheinlich um einen der besten Death Metal Tracks aller Zeiten handeln könnte, experimentierte man mit einem düsteren Cello-Intro sowie mit melodischem (!!!) Gesang. Und das war 1992 tatsächlich eine absolute Revolution, ähnlich wie der langsame Walzertakt im gar balladesk angehauchten "When all is said".

Bei "The Spectral Sorrows" handelt es sich dann um einen absoluten Meilenstein im melodischen Death Metal. Wie keine andere Band schafften es Edge of Sanity, Härte, Geschwindigkeit und Melodie auf einen Nenner zu bringen. Und wenn ein gewisser Lars Ulrich wissen will, wie eine amtliche Pong-Snare zu klingen hat, soll es sich mal die ersten Takte von "Darkday" anhören. Nebenbei enthält dieses Klassealbum auch noch mit "Sacrificed" einen Song, der in Richtung Sisters of Mercy (!) geht, sowie eine kultige Coverversion von Manowars "Blood of my Enemies".

Ein weiteres Highlight im Backkatalog ist "Crimson". Ich erinnere mich noch daran, als ich im Nuclear Blast Katalog die Ankündigung las: "Ein Album voller Kracher". Nun, mit solchen Floskeln kann man vielleicht anderen Bands gerecht werden, ohne das Album gehört zu haben. Nicht so im Fall einer derart ungewöhnlichen Band wie Edge of Sanity, denn die Jungs überraschten mit einem einzelnen Song (!), der in 40 Minuten auf kurzweiligste Weise von Melody-Death über Gothic-Ausflüge bis hin zu Blastspeed-Gehacke alles bietet, was das Herz begehrt.

Während dieser Phase kristallisierte sich allerdings allmählich eine Zweiteilung in der Band heraus: auf der einen Seite Bandkopf Dan Swanö (2.v.r.), auf der anderen Seite die restlichen Mitglieder, die u.a. aufgrund ihres Punkhintergrunds eine simplere Schiene verfolgten. Diese Zweiteilung führte schließlich zum Split. Und wenn man das atemberaubende "Crimson II", das Swanö quasi im Alleingang mit einigen Gastmusikern erschuf, mit dem 08/15 Produkt "Cryptic" der anderen Jungs vergleicht, wird recht deutlich, wer stets die treibende Kraft von Edge of Sanity war.

Folgendes bleibt aber festzuhalten: Kaum eine andere Band schaffte es, derartige Experimente und Innovationen in ihre Musik einzubauen und trotzdem dem schwedischen Old-School Geist verbunden zu bleiben.

"Beim Schlagzeug gibt es keine Melodien, bei meinem Gesang auch nur selten - da müssen doch wenigstens die Gitarren melodisch sein. 75 Prozent unserer Riffs haben eine Melodie, die man mitsingen, nachpfeifen oder auf dem Klavier spielen kann. ... Wenn in einem Song keine Melodie enthalten ist, dann hat das für mich nichts mehr mit Musik zu tun."
Dan Swanö 1993

Discography:

1991 Nothing But Death Remains
1992 Unorthodox
1993 The Spectral Sorrows
1994 Until Eternity Ends EP
1994 Purgatory Afterglow
1996 Crimson
1997 Infernal
1997 Cryptic
1999 Evolution
2003 Crimson II
2006 When all is Said (Best of)

Band Portrait (inoffiziell)


Embracing

Anständiger aber wenig origineller Göteborg-Death.

Discography:

1996 I Bear the Burden of Time
1998 Dreams Left Behind


Entombed

Entombed 1990

Nein, Entombed war nicht die erste schwedische Death Metal Band. Im Grunde genommen auch nicht Nihilist, aus der diese Band hervorgegangen ist. Entombed hatten lediglich den Vorteil, als erste eine vollständige LP bei einem ordentlichen Label herauszubringen. Allerdings ist ihnen mit "Left Hand Path" tatsächlich ein dermaßener Meilenstein gelungen, an dem sich der Rest der Konkurrenz immer hat messen müssen. Auf diesem Album gibt es alles zu finden, was den schwedischen Death Metal zu etwas Besonderem macht, und dies in Perfektion. Der legendäre Sunlight-Gitarrensound, urtypisch schwedische Kompositionen wie "Supposed to Rot" oder "Drowned", das düster atmosphärische Cover von Dan Seagrave, sogar das Outfit auf den Bandphotos, all diese Elemente machten Entombed zu Trendsettern einer ganzen Szene.

Auf ihrem zweiten Album zeigten sich Entombed dann von ihrer technischen, verspielteren Seite. Songs wie "Evilyn" oder "Stranger Aeons" waren zwar wesentlich langsamer als das gewohnte Programm, trotzdem ultra-heavy und ein interessanter Kontrast zu den immer noch vorhandenen Hochgeschwindigkeitsnummern. Seltsam mutet im Nachhinein nur das Hickhack um den Gesang an, der von Drummer Nicke Andersson persönlich stammt, was von der Band selbst lange Zeit vehement bestritten wurde.

Die Rückkehr des alten Sängers Lars Göran Petrov geschah dann rechtzeitig zur GODS OF GRIND Tour 1992 (mit Carcass, Cathedral und Confessor). Die weitere Entwicklung der Band wurde von den alten Fans aber zwiespältig aufgenommen. Auf "Wolverine Blues" brachen Entombed nämlich zu gänzlich neuen musikalischen Ufern auf. Der Wandel zu noch groovigeren Stücken war für viele Anhänger des alten Sounds zu schwer verdaulich, und man kehrte der Band den Rücken zu, die ihrerseits konsequent den Weg des 'Death'n'Roll' verfolgte. Live schaffen es die Jungs aber immer noch, restlos ALLE zufrieden zu stellen, nämlich dann, wenn sie als Zugabe ihren ultimativen Überklassiker in die Meute pusten: den Titelsong ihres ersten Albums "Left Hand Path".

"Ich mag das Wort Trendsetter nicht, aber ich verstehe es als Kompliment."
Nicke Andersson 1992

Discography:

1990 Left Hand Path
1991 Crawl EP
1991 Clandestine 
1993 Wolverine Blues (die weiteren Alben lasse ich mal als Nicht-Death-Metal unter den Tisch fallen)

Band Homepage (offiziell)


Epitaph

Eine der zahllosen absolut typischen Sunlight-Bands.

Discography:

1991 Split-LP mit Excruciate
1992 Tranquility


Eucharist

Eine der ersten Bands, die mit melodischen Gitarren den Göteborg Stil spielten. Schlagwerker Daniel Erlandsson trommelte zwischenzeitlich bei In Flames und mittlerweile bei Arch Enemy.

Discography:

1993 Greeting Immortlity 7"
1993 A Velvet Creation
1998 Mirror Worlds


Evocation

Eine Uralt-Kapelle, die mehr als 10 Jahren auf Eis lag, weil sich die Musiker in anderen Bands (z.B. Cemetary) vergnügten. Schön, dass man sich auf dem verspäteten Debüt noch an den Uralt-Sunlight-Sound erinnern kann.

Discography:

2004 Evocation
2007 Tales from the Tomb
2008 Dead Calm Chaos


Excretion

Seltsame Mixtur aus melodischem Death Metal, Grindcore und unerträglichen Vocals.

Discography:

1995 Voice of Harmony


Excruciate

Relativ konzeptloses, schnelles Gebolze.

Discography:

1991 Split-LP mit Epitaph.
1992 Passage of Life


Expulsion

Eine Band, die bereits in den Anfangstagen aktiv war, die sich mit ihrem Debüt aber so viel Zeit ließ, dass man den großen Boom knapp verpasste. Johan Edlund von Tiamat steuerte für einen Song die Vocals bei.

Discography:

1989 Cerebral Cessation Demo
1989 Veiled in the Mist of Misery
1993 Bitter Twist of Fate EP
1994 Overflow


Gates of Ishtar

Hochmelodischer, schneller Death Metal mit tollen Gitarrensoli und tollem Drumming. Wirkt auf mich schon fast zu überfrachtet.

Discography:

1996 A Bloodred Path
1997 The Dawn of Flames
1998 At Dusk and Forever


General Surgery

Metzger-Sideprojekt im Stil der alten Carcass, mit Mitgliedern von Dismember, nämlich Richard Cabeza - hier ausnahmsweise am Mikro - und Matti Kärki am Schlagzeug.

Discography:

1994 Necrology


God Among Insects

Ein weiteres back-to-old-school Projekt, unter anderem mit Mitgiliedern von Dark Funeral und Vomitory.

Discography:

2004 World Wide Death
2006 Zombienomicon


Godgory

Die Wurzeln dieser Band liegen im traditionellen Death Metal, allerdings verwenden sie allerlei Einflüsse aus anderen Bereichen. Mal gibt es progressive Parts der Marke Dream Theater, mal wird es etwas Gothic-lastiger, und auch beim klassischen Metal bedient man sich gelegentlich. Das Gesamtresultat klingt stimmig und absolut eigenständig.

Discography:

1995 Sea of Dreams
1996 Shadow's Dance
1999 Resurrection
2000 Way Beyond


Grave

Grave 2002

Eine der dienstältesten und traditionellsten Schwedendeath-Bands überhaupt, die bereits 1987 unter dem Namen Corpse den Underground durchwühlten. Leider brauchten sie etwas lange, um mit einem nicht sonderlich überragenden Debüt aus der Hüfte zu kommen. Die Nachfolgerscheiben "You'll Never See..." und "Soulless" sind da schon von ganz anderem Kaliber. Schnörkellos und brachial zielt der Grave-Sound direkt auf die Zwölf, und die eingestreuten schleppenden Groove-Parts wirken trotz aller Brutalität fast erholsam. Nach einer längeren Pause meldeten sich Grave 2002 mit einer beachtlichen Comeback Scheibe und weiteren hochklassigen Alben von den Totgesagten zurück.

"Vielleicht sind wir aber auch zu brutal. Ich kenne keine andere Band, die dermaßen direkt zuwege geht, wie wir es tun."
Jörgen Sandström 1992

Discography:

1991 Tremendous Pain 7"
1991 Into the Grave
1992 You'll Never See...
1993 ...And here I Die...Satisfied EP
1994 Soulless
1996 Hating Life
1997 Extremely Rotten Live
2002 Back from the Grave
2004 Fiendish Regression
2006 As Rapture Comesybr
2006 Enraptured DVD
2008 Dominion VIII

Band Homepage (offiziell)


Grotesque

Der ursprüngliche Name von At the Gates.

Discography:

1990 Incantation Mini-LP
1999 In the Embrace of Evil


Hearse

Die Band von Ex-Arch Enemy Shouter Johan Liiva kann ebenfalls mit technisch versiertem und melodischem Material aufwarten.

Discography:

2002 Torch 7"
2003 Dominion Reptilian
2004 Armageddon Mon Amour
2005 Cambodia EP
2005 The Last Ordeal
2006 In these Veins


House of Usher

Underground Band aus den Anfangstagen.

Discography:

1991 On the Very Verge 7"
1993 When Being Fucked With Demo


Hypocrisy

Hypocrisy

Aufgrund der recht heftigen ersten Alben dauerte es mindestens bis zu "The 4th Dimension", bis man Hypocrisy zugestand, einen eigenen Stil zu haben. Schon auf diesem Album zeigte sich, dass die Stärken der Band in langsameren, gefühlvollen Songs mit Ohrwurmcharakter liegen. Unerreichtes Highlight im Backprogramm der Mannen rund um Workaholic Peter Tägtgren ist mit Sicherheit "The Final Chapter", auf dem die Band sämtliche Facetten ihres abwechslungsreichen Sounds zum Besten gibt.

Eigentlich sollte es sich bei "The Final Chapter" bereits um das Abschiedsalbum handeln, da sich die Band unverständlicherweise in einer musikalischen Sackgasse wähnte. Doch die Reaktionen, die man live - insbesondere auf dem überirdischen Auftritt in Wacken 1998 - erntete, müssen so überschwänglich gewesen sein, dass man diese Pläne ad acta legte. Die Wacken Show wurde zunächst als Live-CD und als Video unters Volk gebracht, und mit dem selbstbetitelten Album "Hypocrisy" läutete man einen grandiosen Neubeginn ein. Der neue Hyocrisy Sound setzte noch stärker auf atmosphärische Keyboards, wobei trotzdem auf einigen Songs das Gaspedal nach wie vor durchgetreten wird. Die experimentellen Ausflüge auf "Catch 22" gingen dann für meinen Geschmack aber doch etwas zu weit.

"Wir nahmen ein Demo auf, verschickten es und bekamen sofort einen Deal von Nuclear Blast angeboten. Das war schon irgendwie verrückt, denn zu diesem Zeitpunkt waren wir ja noch gar keine richtige Band."
Peter Tägtgren 1993

Discography:

1992 Penetralia
1993 Osculum Obscenum
1994 Inferior Devoties EP
1994 The 4th Dimension
1996 Abducted
1996 Maximum Abduction EP
1997 The Final Chapter
1999 Destroys Wacken Live
1999 Hypocrisy
2000 Into the Abyss
2002 Catch 22
2004 The Arrival
2005 Virus
2008 Catch 22 v.2
2009 A Taste of Extreme Divinity

Band Homepage (offiziell)


In Flames

In Flames 2003

Die zweite ganz wichtige Göteborg-Band neben Dark Tranquillity. Nach einigen Drehungen des Besetzungskarussells in den Anfangstagen - u.a. sang Dark Tranquillitys Mikael Stanne auf dem Debüt - fand man spätestens auf dem 97er Output "Whoracle" zu einem relativ stabilen Line-Up und vor allem zu einem eigenen konstanten Stil. Noch mehr als ihre Kollegen haben In Flames ein Faible für schmissige Melodien, harmonische Doppelgitarren und mitreißende Mid-Tempo Rocker entwickelt. Als Paradebeispiel seien hier die Songs 'Episode 666' von "Whoracle" sowie 'Only for the Weak' von "Clayman" genannt, die nicht nur auf der heimischen Anlage sondern insbesondere live ihre Wirkung entfalten, wie auf der in Japan aufgenommenen Live-Scheibe zu hören ist.

Bemerkenswert ist auch der Gesang von Anders Friden, der sich von Album zu Album steigerte und zunehmend seine gefühlvolle melodische Stimme einbringt. Die moderneren Einflüsse auf den aktuellsten Scheiben fügen sich leider nicht mehr so ganz problemlos in den Gesamtsound ein. Trotzdem dürfte die Erfolgskurve von In Flames auch in Zukunft weiter steil nach oben zeigen.

"Wir denken niemals daran unseren Sound zu ändern oder unser Gesicht zu verlieren, wir haben lediglich nichts dagegen, uns von anderen Stilen inspirieren zu lassen und das in unsere Identität einfließen zu lassen. Wir werden uns niemals drastisch verändern."
Peter Iwers 2004

Discography:

1994 Lunar Strain
1995 Subterranean EP
1996 The Jester Race
1996 Black Ash Inheritance EP
1997 Whoracle
1999 Colony
2000 Clayman
2000 The Tokyo Showdown Live
2002 Reroute to Remain
2003 Trigger EP
2004 Soundtrack to Your Escape
2004 The Quiet Place EP
2005 Used and Abused - In Live we Trust DVD
2006 Take this Life EP
2006 Come Clarity
2008 The Mirror's Truth EP
2008 A Sense of Purpose

Band Homepage (offiziell)


Incapacity

Neues Betätigungsfeld des ehemaligen Edge of Sanity Gitarristen Andreas Axelsson (Dread). Trotz des recht räudigen Gesamtsounds mit einigen modernen Thrash Anleihen ist die Vergangenheit durchaus herauszuhören.

Discography:

2003 Chaos Complete
2004 Ninth Order Distinct


Infestdead

Ein weiteres Nebenprojekt von Dan Swanö. Kann sowohl als Hommage an den Florida-Death als auch als Parodie auf sämtliche Satansklischees verstanden werden.

Discography:

1996 Killing Christ EP
1997 Hellfuck
1999 Jesusatan


Insision

Brutaler, satanischer Death Metal mit deutlicher Florida-Schlagseite. Bassist Daniel Ekeroth ist der Verfasser des Lexikons "Swedish Death Metal".

Discography:

1999 The Dead Live on
2002 Beneath the Folds of Flesh
2004 Revealed and Worshipped
2007 Ikon


Interment

Eine weitere Underground Band im alten Stil.

Discography:

1990 Birth of the dead Demo
1991 Where Death Will Increase Demo
1992 Forward To The Unknown Demo
1994 The Final Chapter Demo


Lake of Tears

Fallen eigentlich noch eindeutiger in die Schublade Gothic Metal als Cemetary, trotzdem haben Lake of Tears das Recht, hier präsentiert zu werden. Erstens, da auch sie sich den Sunlight Sound zunutze machten. Zweitens, da einige Bandmitglieder früher in waschechten Death Metal Bands zockten. Drittens, weil sie auf zahlreichen Tourneen neben Bands wie Tiamat, Edge of Sanity oder Crematory eine ausgesprochen gute Figur machten. Viertens, weil kurioserweise Meister Skogsberg auf dem Debüt der Band selbst in die Saiten bzw. Tasten griff.

Discography:

1994 Greater Art
1995 Headstones
1997 A Crimson Cosmos
2000 Forever Autumn
2002 The Neonai
2004 Black Brick Road
2007 Moons and Mushrooms


Liers in Wait

Nebenbetätigungsfeld von Therions Christoffer Jonsson.

Discography:

1991 Spiritually Uncontrolled Art


Lobotomy

Eine weitere Sunlight-Band, die erst auf ihren späteren Veröffentlichungen zu einem eigenen Schweden-untypischen Stil fand.

Discography:

1995 Nailed in Misery - Against the Gods
1995 Lobotomy
1997 Kill
1998 Born in Hell
1999 Holy Shit EP


Luciferion

Florida-lastiges Riffgewitter zwischen der Bösartigkeit von Deicide und den verschachtelten Arrangements von Morbid Angel.

Discography:

1994 Demonication (The Manifest)
2003 The Apostate


Macrodex

Außer einem entsetzlichen Song auf einem Sampler kein weiteres Lebenszeichen. Zum Glück!


Merciless

Heftiger Thrash/Death aus den Anfangstagen mit Peter Stjärnvind am Schlagzeug, der auch bei Unanimated die Felle verprügelt. Nach einer längeren Schaffenspause ist das Comeback-Album wieder absolut Old-School.

Discography:

1992 The Treasures Within
1994 Unbound
2002 Merciless
2004 Live Obsession


Meshuggah

Absolut schwerverdauliche Mischung aus experimentellen Grooves und sperrigen 13/17tel Takten. Die einen nennen es brutal-genial, andere mathematisch-präzise. Mit Death Metal oder mit Musik überhaupt hat diese schmerzhafte Erfahrung aber nur wenig zu tun.

Discography:

1991 Contradictions Collapse
1995 Destroy, Erase, Improve
1997 The True Human Design
1998 Chaosphere
2001 Rare Trax
2002 Nothing
2005 Catch Thirty-Three
2008 ObZen


Miseration

Melodischer Old School Death mit einigen modernen Einflüssen. Erinnert durchaus an eine Mischung aus Hypocrisy und Edge of Sanity, letzteres insbesondere was den Gesang betrifft. Mit von der Partie ist Christian Älvestam (Incapacity, Scar Symmetry, Unmoored).

Discography:

2006 Your Demons - Their Angels


Naglfar

Naglfar 1998

Eigentlich fallen mir zu Naglfar nur zwei negative Punkte ein. Erstens: Ihre Songs sind entweder im Mid-Tempo Bereich oder im Blastspeed gehalten, so dass der typische Schwedenbeat leider viel zu selten durchkommt. Zweitens: Die Wartezeiten zwischen den Alben sind entschieden zu lang. Denn mit ihrer hochmelodischen aber bitterbösen Mixtur aus Death und Black Metal Elementen gehören sie zu den besten Bands aus Schweden. Insbesondere das Debüt "Vittra" gilt als absoluter Meilenstein. Neben der beeindruckenden Gitarrenarbeit ist vor allem der heisere Gesang von Jens Ryden zum Markenzeichen der Band geworden. Erstaunlicherweise verfolgt die Band auch nach seinem Ausstieg denselben Gesangsstil weiter.

"Andere Bands veröffentlichen jedes Jahr ein neues Album; bei uns dagegen kann es schon mal drei, vier oder auch fünf Jahre dauern. Dafür bekommen unsere Fans aber auch garantiert das, was sie von uns erwarten."
Kristoffer Olivius 2003

Discography:

1995 Vittra
1997 When Autumn Storms Come EP
1998 Diabolical
2002 Ex Inferis EP
2003 Sheol
2005 Pariah
2007 Harvest

Band Homepage (offiziell)


Necrony

Aufgrund der abstrusen Jazz-Einflüsse und Flöteneinlagen eher nerviges Betätigungsfeld von Ex-Carnage Sänger Johan Axelson. Das zweite Album enthält ausschließlich Coverversionen von Bands wie Carcass, Bolt Thrower oder Napalm Death.

Discography:

1993 Pathological Performances
1995 Necronycism: Distorting the Originals


Necrophobic

Necrophobic 1993

Obwohl Necrophobic bereits 1989 durch den Untergrund krebsten und ihre Demos in ansehnlichen Stückzahlen unters Volk brachten, dauerte es relativ lang bis zum ersten Longplayer. Diese Langsamkeit scheint geradezu symptomatisch für die Band, doch dafür stimmt die Qualität der Alben, und das ist im Grunde ja auch die Hauptsache. Der Sound der Satansbraten bewegt sich irgendwo zwischen klassischem Death Metal mit deutlicher Schlagseite Richtung Florida, typischen Sunlight-Melodien und zunehmenden rohen schwarzmetallischen Einflüssen.

Auch konzerttechnisch machten sich Necrophobic lange Zeit rar, so dass in Verbindung mit den okkulten Texten und den symbollastigen Covern ein gewisser Mythos um die Band entstand.

"Wir waren anfangs nicht sonderlich erpicht darauf, sofort irgendeinen halbgaren Deal zu unterschreiben. Wir wollten uns erst mal einen Namen im Untergrund erarbeiten."
Joakim Sterner 1993

Discography:

1992 The Call 7"
1993 The Nocturnal Silence
1996 Spawned by Evil EP
1997 Darkside
1999 The 3rd Antichrist
2002 Bloodhymns
2003 The Tour EP
2006 Hrimthursum
2009 Death to All

Band Homepage (offiziell)


Nihilist

Die Vorgängerband von Entombed, noch mit Johnny Hedlund von Unleashed am Bass.

Discography:

1988 Premature Autopsy Demo
1988 Only Shreds Remain Demo
1989 Drowned Demo / 7"
1989 Radiation Sickness 7"


Nirvana 2002

Nirvana2002

Obwohl diese Band lediglich ein paar Demos und Samplerbeiträge, aber niemals ein Album veröffentlichte und in ihrer ganzen Karriere nur einen Auftritt hatte, handelt es sich um eine allseits bekannte und wahnsinnig gute Kult-Band. Die Songs bieten allesamt hochwertige und sehr typisch schwedische Handwerkskunst. Und welchen Status die Band hat, zeigt sich allein in der Tatsache, dass sie auf der Release Party von Daniel Ekeroths "Swedish Death Metal" Lexikon live spielten.

Sänger und Gitarrist Orvar Säfström sang zwischenzeitlich (und eher schlecht) die Crawl EP von Entombed ein.

"1990 konnte jede schwedische Death-Metal Band bei einem Label landen, aber wir fühlten uns nicht bereit. Was hätten wir davon gehabt, nach zwei halbherzigen Alben für Nuclear Blast als Feinde auseinanderzugehen? Da ist es wesentlich cooler, immer noch ein halb vergessenes Underground-Phänomen zu sein."
Orvar Säfström 2010

Discography:

1989 Truth and Beauty Demo
1989 Excursion in the 2002nd Dimension Demo
1990 Disembodied Spirits Demo
1990 Split EP mit Appendix
1991 Promo 91
2009 Recordings 89-91 Compilation


One Man Army and the Undead Quartet

Unter einem der originellsten Bandnamen aller Zeiten meldet sich Johan Lindstrand (Ex-The Crown) lautstark zurück. Den ersten Höreindruck bekam man in Form eines passend hektisch geschnittenen Videos von 'So grim, so true, so real' (u.a. auf der RockHard Guerilla-TV DVD). Leider kann der Rest des Albums diesen Qualitätsstandard nicht ganz halten. Trotzdem wird ein äußerst intensives Brett geboten, das zwar recht oft in Midtempo-Gefilde abdriftet, in großen Momenten aber in der Schnittmenge zwischen Vomitory und Arch Enemy liegt, insbesondere was die phantastische Gitarrenarbeit angeht. Die Kombination zwischen old-schooliger Brachialität und modernen Stakkato-Riffattacken wirkt sehr zeitgemäß, ist aber auch für Traditionalisten wie mich erstaunlicherweise absolut eingängig. Stark!

Discography:

2005 When Hatred Comes to Life Promo
2006 21st Century Killing Machine
2007 Error in Revolution

Band Homepage (offiziell)


Opeth

Opeth 2003

Eine der ungewöhnlichsten Bands des Death Metals überhaupt sind mit Sicherheit Opeth, denen man mit mit dieser engen Schublade bei weitem nicht gerecht wird. Von Anfang an arbeiteten Opeth mit überaus ausgefallenen Arrangements und progressiven, teils gar jazzigen Einflüssen und kombinierten ausgedehnte Akustikparts mit härteren Passagen. Die allermeisten Songs sind vom Grundtempo her im mittleren Bereich angesiedelt und unterschreiten nur ganz selten die 5-Minuten Schallmauer. Das Gesamtresultat klingt dann beim ersten Hören sehr sperrig und wenig zugänglich. Nach mehreren Durchläufen offenbaren sich dem geduldigen Hörer aber phantastische, vielschichtige Stücke voller Abwechslungsreichtum und mit Liebe zum kleinsten Detail ausgearbeitet.

Die ausdrucksstarken Vocals von Mikael Akerfeldt (1.v.r.), der die gesamte Bandbreite von extremem Growling bis zu zerbrechlichem Cleangesang abdeckt, die filigrane Gitarrenarbeit und das überirdische Drumming von Martin Lopez (2.v.l., leider nicht mehr dabei) sind die wichtigsten Qualitätsgaranten und Markenzeichen der Band. Hier sind Ausnahmemusiker auf allerhöchstem handwerklichen und kompositorischen Niveau zugange.

Von Album zu Album festigte sich der Stil der Band, und es bleibt dem persönlichen Geschmack jedes Fans überlassen, welches nun das Beste ist. Eine Ausnahme stellt lediglich das Zwillingspaar "Deliverance"/"Damnation" dar. Während ersteres ein typisches wenn auch überraschend hartes Album ist, enthält "Damnation" ausnahmslos ruhigere, relaxtere Stücke, die durch den gefühlvollen Gesang und die spartanische Instrumentierung ihren eigenen Reiz erhalten. Gelungenes Experiment!

Opeth haben stets konsequent ihren eigenen Weg verfolgt und sich in die Herzen einer treuen und stetig wachsenden Fangemeinde gespielt. Sie sind der lebende Beweis, dass man auch im extremen Metal höchsten musikalischen Ansprüchen genügen und dabei auch noch erfreulich erfolgreich sein kann. Anzumerken bleibt noch, dass sich Bandkopf Mikael Akerfeldt anscheinend gerne auch mal auf etwas heftigerem Terrain austobt. So sorgte er für die sicken Vocalparts auf Edge of Sanity's Konzeptalbum "Crimson I" und auf den ersten Scheiben des Old-School Projekts Bloodbath.

"Wir sind immer noch eine unterbewertete Band. Aber das macht mir nicht allzu viel aus. Ich erwarte nicht, dass jeder uns mag. Aber es ärgert mich, dass die musikalische Seite nicht mehr oberste Priorität hat. Meistens geht es doch nur ums Image. Ich weiß aber, dass unsere Fans sich einen Dreck darum scheren. Sie mögen uns wegen unserer Musik und aus keinem anderen Grund. Das bedeutet uns sehr viel."
Mikael Akerfeldt 1999

Discography:

1994 Orchid
1996 Morningrise
1997 My Arms, Your Hearse
1999 Still Life
2001 Blackwater Park
2002 Deliverance
2003 Damnation
2003 Lamentations Live-DVD
2005 Ghost Reveries
2007 The Roundhouse Tapes live
2008 Watershed

Band Homepage (offiziell)


Oxiplegatz

Avantgardistischer Göteborg-Death mit Opernsounds und anderen abgefahrenen Stilmitteln verfeinert. Kopf dieses Projekts ist Alf Svenson von At the Gates.

Discography:

1995 Fairytales
1996 Worlds and Worlds
1999 Sidereal Journey


Paganizer

Thrashmäßige Mucke, zu oft Mid-Tempo, dadurch auf Dauer etwas langweilig.

Discography:

1998 Stormfire Split LP mit Abbatory
1999 Deadbanger
2001 Promoting Total Death
2002 Dead Unburied
2003 Murder Death Kill
2004 No Divine Rapture


Ribspreader

Neben Bloodbath ein weiteres Old-School Projekt der wandelnden Schwedendeath-Legende Dan Swanö, der hier durch einige Mitglieder von Paganizer verstärkt wird.

Discography:

2004 Bolted to the Cross
2005 Congregating the Sick


Rosicrucian

Durchschnittlice Band mit einigen originellen Ansätzen im Gitarrenbereich.

Discography:

1993 Silence
1994 No Cause for Celebration


Sanctification

Schlechte Deicide Kopie.

Discography:

2004 Misanthropic Salvation


Seance

Technischer, progressiver Death Metal, der überhaupt nicht schwedisch klingt, sondern sich eher an Florida Bands wie Atheist orientiert.

Discography:

1992 Fornever Laid to Rest
1994 Salt Rubbed Eyes


Septic Broiler

Eine der Göteborg Bands der ersten Stunde, auch wenn Bandname und Musik noch etwas hausbacken klangen. Das Line-Up ist das gleiche wie auf dem Debüt von Dark Tranquillity, wie man sich später nannte.

Discography:

1990 Enfeebled Earth Demo


Sins of Omission

Gut gemachter aber wenig origineller melodischer Death Metal im Göteborg-Gewand.

Discography:

1999 The Creation
2001 Flesh on your Bones


Skull

Außer einem mittelprächtigen Song auf einem Sampler kein weiteres Lebenszeichen.


Soul Reaper

Nachfolgeband von Ex-Dissection Mitgliedern, nämlich Johan Norman und Tobias Kjellgren. Geht musikalisch in eine ähnliche Richtung mit etwas Death-lastigerem Gesang. Durchaus empfehlenswert

Discography:

2000 Written in Blood
2003 Life Erazer


Spawn of Possession

Sickes aber technisches Floridagewitter.

Discography:

2003 Cabinet


Stormrider

Newcomerband zwischen Death und Black Metal, die sich mit ihrem Debüt noch nicht von ihren Vorbildern abgrenzen kann.

Discography:

2004 First Battle Won


Swordmaster

Swordmaster holzen eine absolut coole Mischung aus simplem Thrash, etwas Death Metal und einer fetten Prise Rock'n'Roll herunter. Vor allem live macht die Jause tierischen Spaß. Und wer Songtitel wie 'Claws of Death' im Programm hat und dabei einen solchen Bandnamen hat, muss einfach Kult sein. Sind sie auch! Oder besser waren sie, bis sie einen radikalen Imagewandel vollzogen und zu den unsagbaren Deathstars mutierten.

Discography:

1995 Wraths of Time Mini-LP
1997 Postmortem Tales
1998 Deathraider EP
1999 Moribund Transgoria


Temperance

Traditionell, unspektakulär, halbherzig.

Discography:

1993 One..Grave
1995 Krapakalja
1999 Temperance


The Crown

Nachdem man unter dem Namen Crown of Thorns zwei Alben veröffentlicht hatte, musste sich die Band umbenennen, da es noch eine Crossoverband gleichen Namens mit älteren Rechten gibt. Die überwiegend im oberen Geschwindigkeitsbereich angesiedelte Mucke wird mit thrashigen Gitarren und gelegentlichen Grind-Attacken bereichert, wobei der melodische Aspekt erstaunlicherweise nie zu kurz kommt. Verbunden mit der latenten Rotz'n'Roll Attitüde ergibt sich eine Band mit Charakter. Leider reihen sich die Jungs aktuell ein in die Reihe der Bands, die sich aufgrund diverser Probleme mit Management und Finanzen auflösen musste. Schade drum!

Auf dem 2002er Album ist zwischenzeitlich Ex-At the Gates Frontgiftzwerg Tomas "Tompa" Lindberg zu hören.

Discography:

1995 The Burning
1997 Eternal Death
1998 Hell is Here
2000 Deathrace King
2002 Crowned in Terror
2003 Possessed 13
2004 Crowned Unholy (neue Version von Crowned in Terror incl. live-DVD)
2005 14 Years of no Tomorrow (DVD)


The Duskfall

Dass man melodischen Death Metal spielen kann, ohne nach den großen Göteborg-Trendsettern zu klingen, beweist diese Band aus Nordschweden. Heraushören kann man aber die Gates of Ishtar Wurzeln zweier Bandmitglieder, wodurch sich insbesondere der Abwechslungsreichtum und die hohe technische Qualität erklären.

Discography:

2003 Frailty
2004 Source


Therion

Therion live 2001

Bei Therion handelt es sich schon immer um eine der interessantesten und experimentierfreudigsten Death Metal Bands, auch wenn sie heutzutage eher in den Bereich Oper/Bombast/Avantgarde fallen. Auf ihren Alben sind nicht nur alle möglichen artfremden Instrumente, klassische Arrangements und Operngesang zu hören, sondern auch die Texte sind in diversen unverständlichen Fremdsprachen (Altgriechisch, Hebräisch, Ägyptisch...) gehalten. Das Gesamtresultat klingt dabei trotz aller Innovationen überaus eingängig, da Therion stets großen Wert auf Ohrwurmmelodien legen. Die aktuelle DVD bietet einen hervorragenden Einblick in die History und den variantenreichen Sound dieser begnadeten Genies.

Kultig ist übrigens die Tatsache, dass zum Live-Repertoire zeitweise eine Coverversion von Running wild's Gassenhauer 'Under Jolly Roger' gehörte. Doppelt so hart und doppelt so schnell, versteht sich.

"Die Musik kommt immer noch spontan. Ich kann es jetzt eben nur besser arrangieren, jedesmal, wenn ich ein neues Instrument dazunehme, gewinne ich auch an Erfahrung. Man lernt eben jedes Jahr etwas neues dazu und nie aus. Ich denke also, dass es immer noch vieles zu verbessern gibt."
Christofer Johnsson 2000

Discography:

1990 Time shall Tell EP
1991 Of Darkness
1992 Beyond Sanctorum
1993 Symphony Masses: Ho Drakon Ho Megas
1995 The Beauty in Black EP
1995 Lepaca Kliffoth
1996 Siren of the Woods EP
1996 Theli
1997 A'Rab Zaraq Lucid Dreaming
1998 Vovin
1999 Crowning of Atlantis
2000 Deggial
2001 Secrets of the Runes
2002 Live in Midgard
2004 Sirius B / Lemuria
2006 Celebrators of Becoming DVD
2007 Gothic Kabbalah
2009 The Miskolc Experience (Live In Miskolc)

Band Homepage (offiziell)


This Ending

Nachfolgeband von A Canorous Quintet.

Discography:

2006 Inside the Machine
2009 Dead Harvest


Tiamat

Tiamat - Wildhoney

Schon auf den ersten beiden Alben war zu ahnen, dass Tiamat keine 08/15 Death Metal Band bleiben würden. Es dauerte allerdings bis zu "Clouds", um den eigenen Stil zu finden. Weder die rauen Vocals, noch die Keyboardteppiche, noch das gedrosselte Tempo waren typisch. Und trotzdem konnte sich kein Deathbanger dem Charme der Band entziehen, wenn diese Highlights wie 'In a Dream' oder 'The Sleeping Beauty' zum Besten gaben.

Das absolute Meisterwerk stellte schließlich das im wahrsten Sinne des Wortes geniale Album "Wildhoney" dar. Mit Death Metal hatte das ganze nun wirklich nichts mehr zu tun. Aber mit relativ einfachen Mitteln boten Tiamat ein grandioses Spektrum an düsteren Lavasounds, honigsüßen Melodien und zerbrechlicher Gänsehautatmosphäre - das Ganze mit fließenden Übergängen und einem geschmackvollen Booklet, so dass man hier wirklich von einem Gesamtkunstwerk sprechen muss. Die Intensität dieses Albums hat die Band nie wieder erreicht.

"Mit solchen Einflüssen möchte ich erreichen, dass der Hörer etwas fühlt; er soll Bilder sehen. Ich möchte das erreichen, was Dead can Dance bei mir bewirken. Bei einem Song fühle ich mich, als ob ich durch einen dunklen Wald laufe, bei einem anderen, als ob ich in einer großen Kirche stehe. Das ist wichtiger, als einfach nur schnell, brutal, heavy oder was auch immer zu sein."
Johan Edlund 1992

Discography:

1990 A Winter Shadow 7"
1991 Sumerian Cry
1992 The Astral Sleep
1993 Clouds
1994 Wildhoney (die weiteren Alben lasse ich mal als Nicht-Death-Metal unter den Tisch fallen)

Band Homepage (offiziell)


Toxaemia

Underground Death mit extrem tiefen Vocals und guten Soli.

Discography:

1990 Kaleidoscope Lunacy Demo
1990 Beyond the Realm 7"


Traumatic

Schneller Death Metal mit tiefen Vocals und einer Vorliebe für "geschmackvolle" Songtitel.

Discography:

1991 The Morbid Acts of a Sadistic Rape Incision


Treblinka

Kaum zu glauben, dass aus diesen bösen, bösen, pubertierenden Corpsepaint-Trägern mit dem mega-geschmacklosen Namen die großen Tiamat werden sollten.

Discography:

1988 Crawling in Vomits Demo
1988 In the Sign of the Pentagram Demo
1989 Severe Abominations 7"


Unanimated

Unanimated 1995

Unanimated galten in den 90ern immer nur als Geheimtipp für Insider. Gut, das Debüt klang noch etwas hausbacken, aber der Nachfolger "Ancient God of Evil" ist dafür ein solcher Hammer geworden, dass es einem die Sprache verschlägt. Die brutale Power und die druckvolle Produktion von Meister Dan Swanö sind absolut Old-School. Aber die Art und Weise, wie Unanimated diesen Rahmen mit schleppenden Parts, Ohrwurmmelodien und akustischen Zwischenspielen erweitern, ohne im geringsten in Richtung Seichtigkeit abzudriften, ist schon einmalig. Ein abwechslungsreiches und intensives Album mit einigen echten Hits ("Life Demise", "Ruins").

Bemerkenswert ist noch, dass Richard Cabeza (2.v.l.) von Dismember am Bass Peter Stjärnvind (1.v.r.) von Merciless am Drumkit mit von der Partie waren.

Nach einer ewig währenden Pause reformierte sich die Band für das Party-San Festival 2008 und ist mittlerweile mit neuem Studiomaterial vollends zurückgekehrt.

"Wir bringen Unanimated schon noch raus..."
Sascha Ehrich, Fragments of Unbecoming 2004

Discography:

1993 In the Forest of the Dreaming Dead
1995 Ancient God of Evil
2009 In the Light of Darkness


Unleashed

Unleashed 1992

Unleashed entstanden, nachdem Bassist Johnny (2.v.l.) die legändären Nihilist verlassen musste. Böse Zungen (wie ich, hähä) bezeichnen Unleashed als die Running Wild des Death Metal. Fehlende Weiterentwicklung oder Selbsttreue? Klischee oder Identität? Die Wahrheit liegt wie meistens irgendwo in der Mitte.

Fakt ist, dass es in der Tat massenhaft Songs gibt, die sich auffallend ähneln, wie z.B. "Before the creation of time", "Onward into countless battles" und "To Asgaard we fly". Dabei übersieht man leicht, dass Songs wie "Captured" oder "Shadows in the deep" für Death Metal allgemein absolut ungewöhnlich sind.

Fakt ist dass die Band musikalisch überaus eingängig, ja simpel, fast schon stumpf zu Werke geht und die Texte von Klischees triefen. Andererseits ist es geradezu erfrischend, wenn sich mal ein Act vom Sunlight-Allerlei abhebt und über Wikinger statt über Leichenteile singt.

Kultig waren auch die Liveshows von Unleashed, insbesondere Johnnys nordisches Trinkhorn und die Mitsingspielchen bei ihrem Brachialknüppel "Neverending hate". Nach einer längeren Pause meldete sich die Band dann wieder mit einem Album zurück, bei dem immer noch alles beim alten ist. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

"Wir wollen nicht wie andere DM-Bands plötzlich eine Scheibe machen, die kaum noch etwas mit dem Vorgängeralbum zu tun hat und bei der man nur vage erkennen kann, dass es Death Metal sein soll."
Johnny Hedlund 1993

Discography:

1990 Revenge 7"
1990 And the Laughter has Died 7"
1991 Where No Life Dwells
1992 Shadows in the Deep
1993 Across the Open Sea
1993 Live in Vienna (live)
1995 Victory
1996 Eastern Blood - Hail to Poland (live)
1997 Warrior
2002 Hell's Unleashed
2004 Sworn Allegiance
2006 Midvinterblot
2008 Hammer Battalion
2010 As Yggdrasil Trembles

Band Homepage (offiziell)


Unmoored

Hoffnungsvolle Mixtur aus urschwedischen Zutaten. Lediglich die schmalzigen Melody-Vocals gehören abgestellt.

Discography:

1999 Cimmerian
2000 Kingdoms of Greed
2003 Indefinite Soul-Extension

Band Homepage (offiziell)


Utumno

Eine weitere Band die versuchte, trotz Sunlight Studio originell zu klingen.

Discography:

1993 The Light of Day EP
1994 Across the Horizon


Vermin

Etwas verspätet das Ganze: Bot man zunächst klassischen Schwedendeath im typischen Sunlight Gewand, eiferte man schließlich Entombed's Death'n'Roll nach.

Discography:

1994 Obedience to Insanity
1995 Plunge into Oblivion
1998 Millennium Ride


Vicious Art

Wuchtiger, teils höllisch groovender Old School Death Metal mit einigen prominenten (Grave / Ex-Dark Funeral) Mitgliedern.

Discography:

2004 Fire Falls and the Waiting Waters


Visceral Bleeding

Derber Death Metal in Cannibal Corpse Manier.

Discography:

2004 Transcend into Ferocity


Vomitory

Knüppelharter aber niemals stumpfer Old-School Death Metal, der sich seltsamerweise überhaupt nicht schwedisch anhört. Sowohl die manchmal Slayer-mäßigen Gitarrenriffs als auch die gezielt eingesetzen Florida-Blast-Parts sorgen für brutalste Intensität und ausgerenkte Nackenwirbel. Absolut empfehlenswert.

Discography:

1993 Moribund 7"
1997 Raped in their Own Blood
1999 Redemption
2001 Revelation Nausea
2002 Blood Rapture
2004 Primal Massacre
2007 Terrorize, Brutalize, Sodomize
2009 Carnage Euphoria


Wombbath

Leicht thrashig, leicht hardcorig angehaucht, trotzdem nur begrenzter Wiedererkennungswert.

Discography:

1992 Several Shapes 7"
1993 Internal Caustic Torments
1994 Lavatory
1995 Descend into a Maelstrom EP